CFD Steuern Deutschland 2026 - Abgeltungssteuer & Freibeträge
Vollständiger Guide zur steuerlichen Behandlung von CFD-Gewinnen mit aktuellen Steuersätzen, Freibeträgen und praktischen Tipps für die Steuererklärung
Inhaltsverzeichnis
Wie werden CFD-Gewinne in Deutschland besteuert?
CFD-Gewinne unterliegen in Deutschland der Abgeltungssteuer von 25% plus 5,5% Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer, was einen Gesamtsteuersatz von etwa 26,375% ergibt.
Steuerliche Behandlung von CFD-Gewinnen - Überblick
Die steuerliche Behandlung von CFD-Gewinnen in Deutschland folgt klaren Regeln, die alle Trader kennen sollten. Seit der Einführung der Abgeltungssteuer im Jahr 2009 werden Gewinne aus CFD-Trading als Kapitalerträge behandelt und unterliegen einem einheitlichen Steuersatz.
Was Sie in diesem Guide lernen
- Aktuelle Steuersätze 2026 - Alle relevanten Steuersätze und Berechnungsgrundlagen
- Freibeträge optimal nutzen - Wie Sie den Sparer-Pauschbetrag maximal ausschöpfen
- Verluste richtig verrechnen - Strategien zur Verlustverrechnung und Steueroptimierung
- Broker-Unterschiede - Deutsche vs. ausländische Broker und deren steuerliche Auswirkungen
- Dokumentationspflichten - Welche Unterlagen Sie für die Steuererklärung benötigen
CFD-Trading erfreut sich in Deutschland großer Beliebtheit, doch viele Trader sind unsicher bei der steuerlichen Behandlung ihrer Gewinne. Die BaFin schätzt, dass etwa 2,3 Millionen Deutsche regelmäßig mit derivativen Finanzinstrumenten handeln. Eine korrekte steuerliche Behandlung ist dabei nicht nur gesetzlich vorgeschrieben, sondern kann auch erhebliche finanzielle Vorteile bringen.
CFD-Gewinne korrekt versteuern - Schritt für Schritt
Alle Trades dokumentieren
Führen Sie eine vollständige Aufzeichnung aller CFD-Trades mit Datum, Instrument, Kauf-/Verkaufskurs, Gebühren und Gewinn/Verlust. Deutsche Broker stellen meist automatische Jahresabrechnungen zur Verfügung.
Gewinne und Verluste berechnen
Ermitteln Sie den Gesamtgewinn oder -verlust aus CFD-Trading für das Steuerjahr. Berücksichtigen Sie dabei auch Finanzierungskosten und Spreads als abzugsfähige Kosten.
Sparer-Pauschbetrag prüfen
Stellen Sie fest, ob der Sparer-Pauschbetrag von 1.000 Euro bereits durch andere Kapitalerträge ausgeschöpft ist oder noch für CFD-Gewinne genutzt werden kann.
Freistellungsauftrag einrichten
Bei deutschen Brokern können Sie einen Freistellungsauftrag bis zur Höhe des Sparer-Pauschbetrags einrichten, um automatische Steuerabzüge zu vermeiden.
Steuererklärung erstellen
Tragen Sie bei ausländischen Brokern die Gewinne in der Anlage KAP Ihrer Steuererklärung ein. Bei deutschen Brokern ist dies nur bei Verlusten oder nicht ausgenutzten Freibeträgen nötig.
Verluste vortragen
Nicht verrechnete Verluste können unbegrenzt in die Folgejahre vorgetragen werden. Beantragen Sie den Verlustvortrag beim Finanzamt.
Unterlagen archivieren
Bewahren Sie alle Belege und Abrechnungen mindestens 10 Jahre auf. Das Finanzamt kann diese bei Prüfungen anfordern.
Abgeltungssteuer und aktuelle Steuersätze 2026
CFD-Gewinne unterliegen in Deutschland der Abgeltungssteuer, die 2009 eingeführt wurde und seitdem unverändert bei 25% liegt. Zusätzlich fallen der Solidaritätszuschlag von 5,5% auf die Abgeltungssteuer sowie gegebenenfalls Kirchensteuer an.
Zusammensetzung der Gesamtsteuerbelastung
- Abgeltungssteuer: 25% auf alle Kapitalerträge
- Solidaritätszuschlag: 5,5% auf die Abgeltungssteuer = 1,375%
- Kirchensteuer: 8% oder 9% je nach Bundesland (nur für Kirchenmitglieder)
Die Gesamtsteuerbelastung beträgt somit 26,375% ohne Kirchensteuer oder bis zu 28,86% mit Kirchensteuer. Diese Sätze gelten unabhängig vom persönlichen Einkommensteuersatz - ein wesentlicher Vorteil der Abgeltungssteuer.
Berechungsbeispiel
Bei einem CFD-Gewinn von 5.000 Euro (nach Abzug des Sparer-Pauschbetrags von 1.000 Euro bleiben 4.000 Euro steuerpflichtig):
- Abgeltungssteuer: 4.000 × 25% = 1.000 Euro
- Solidaritätszuschlag: 1.000 × 5,5% = 55 Euro
- Gesamtsteuer: 1.055 Euro
Deutsche Broker führen diese Steuern automatisch ab und überweisen sie an das Finanzamt. Ausländische Broker tun dies nicht - hier müssen Sie selbst tätig werden.
Wichtiger Steuertipp für CFD-Trader
Verlustverrechnung und steuerliche Optimierung
Ein entscheidender Aspekt der CFD-Besteuerung ist die Möglichkeit der Verlustverrechnung. Verluste aus CFD-Trading können jedoch nur mit Gewinnen aus anderen Kapitalerträgen verrechnet werden - nicht mit Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit oder anderen Einkunftsarten.
Verlustverrechnungsmöglichkeiten
- Horizontale Verrechnung: Verluste können im selben Jahr mit anderen Kapitalerträgen verrechnet werden
- Verlustvor- und -rücktrag: Nicht verrechnete Verluste können unbegrenzt in die Folgejahre vorgetragen werden
- Beschränkung: Verrechnung nur innerhalb der Kapitalerträge möglich
Strategische Verlustverrechnung
Erfahrene Trader nutzen die Verlustverrechnung strategisch für die Steueroptimierung. Dazu gehört das bewusste Realisieren von Verlusten am Jahresende (Tax Loss Harvesting), um Gewinne zu kompensieren. Wichtig: Der Verlust muss tatsächlich realisiert werden - Buchverluste zählen nicht.
Beispielrechnung Verlustverrechnung
Angenommen, Sie haben 2026 folgende Kapitalerträge:
- CFD-Gewinne: 3.000 Euro
- CFD-Verluste: 1.500 Euro
- Dividenden: 800 Euro
- Zinserträge: 200 Euro
Gesamte Kapitalerträge: 3.000 - 1.500 + 800 + 200 = 2.500 Euro
Nach Sparer-Pauschbetrag (1.000 Euro): 1.500 Euro steuerpflichtig
Steuerbelastung: 1.500 × 26,375% = 395,63 Euro
Deutsche vs. ausländische Broker - Steuerliche Unterschiede
Die Wahl zwischen einem deutschen und einem ausländischen Broker hat erhebliche Auswirkungen auf die steuerliche Behandlung Ihrer CFD-Gewinne. Beide Optionen haben Vor- und Nachteile, die Sie kennen sollten.
Deutsche Broker - Automatischer Steuerabzug
- Automatische Abführung: Deutsche Broker führen Abgeltungssteuer, Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer automatisch ab
- Freistellungsauftrag: Sparer-Pauschbetrag kann direkt beim Broker hinterlegt werden
- Jahressteuerbescheinigung: Detaillierte Aufstellung aller steuerrelevanten Vorgänge
- Einfache Steuererklärung: Meist keine zusätzlichen Angaben in der Steuererklärung erforderlich
Ausländische Broker - Selbstdeklaration erforderlich
- Keine automatische Steuer: Sie müssen alle Gewinne selbst in der Steuererklärung angeben
- Dokumentationspflicht: Vollständige Aufzeichnung aller Trades erforderlich
- Liquiditätsvorteil: Steuerzahlung erst bei Abgabe der Steuererklärung
- Komplexere Abrechnung: Umrechnung von Fremdwährungen in Euro notwendig
Empfohlene Broker für deutsche Trader
Für Einsteiger empfehlen sich oft deutsche Broker wegen der automatischen Steuerabführung. Libertex und eToro bieten benutzerfreundliche Plattformen mit guter Regulierung. Interactive Brokers und Saxo Bank sind ideal für erfahrene Trader, die professionelle Tools benötigen. Pepperstone überzeugt mit engen Spreads für aktive Trader.
Bei ausländischen Brokern sollten Sie besonders auf die Dokumentation achten. Führen Sie ein detailliertes Handelstagebuch und rechnen Sie alle Gewinne/Verluste zeitnah in Euro um, um Währungsschwankungen zu berücksichtigen.
Steuererklärung für CFD-Trader - Praktische Tipps
Die korrekte Angabe von CFD-Gewinnen in der Steuererklärung ist entscheidend für die rechtssichere Abwicklung. Je nach Broker-Typ unterscheidet sich der Aufwand erheblich.
Steuererklärung bei deutschen Brokern
Bei deutschen Brokern ist die Steuererklärung meist unkompliziert, da die Steuer bereits automatisch abgeführt wurde. Sie müssen nur in folgenden Fällen tätig werden:
- Verluste geltend machen: Um Verluste für künftige Jahre vorzutragen
- Günstigerprüfung: Wenn Ihr persönlicher Steuersatz unter 25% liegt
- Kirchenaustritt: Um zu viel gezahlte Kirchensteuer zurückzufordern
- Freistellungsauftrag nachträglich nutzen: Wenn der Pauschbetrag nicht ausgeschöpft wurde
Steuererklärung bei ausländischen Brokern
Hier ist eine vollständige Dokumentation in der Anlage KAP erforderlich:
- Zeile 7: Eintragung der Kapitalerträge aus CFD-Trading
- Zeile 10: Werbungskosten (Spreads, Finanzierungskosten, Software)
- Zeile 11: Sparer-Pauschbetrag, falls nicht anderweitig genutzt
- Zeile 15-16: Verlustvorträge aus Vorjahren
Häufige Fehler vermeiden
- Unvollständige Angaben: Alle Trades müssen erfasst werden, auch kleine Gewinne
- Währungsumrechnung: Fremdwährungsgewinne zum Tageskurs in Euro umrechnen
- Doppelte Angaben: Bei deutschen Brokern nicht zusätzlich in KAP eintragen
- Verspätete Abgabe: Frist für Steuererklärung beachten (31. Juli bzw. 28. Februar bei Steuerberater)
Tipp: Nutzen Sie Steuersoftware oder einen Steuerberater, wenn Sie unsicher sind. Die Kosten dafür können als Werbungskosten abgesetzt werden.